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Freitag, 19. September 2014


„Wilhelm Tell “ von Friedrich Schiller




Die Szene kann mit heutigen Sensationsmeldungen mithalten. Was ist sonst noch spannend an Friedrich Schillers fast zweihundert Jahre altem „Wilhelm Tell“?
Die Geschichte kann's nicht sein, die interessiert doch bloß noch Historiker: Da kämpften die Schweizer vor rund tausend Jahren ihren Freiheitskampf gegen Habsburg und die Willkürherrschaft der Vögte - und?
Zum heiteren Sprichwörtervervollständigen allerdings ist das Stück 1 A: „Früh übt sich“ - Na? - „was ein Meister werden will.“

Die jugendliche Naivität muss mit ihnen durchgegangen sein. Was sonst treibt ein großes Ensemble hoffnungsvoller Menschen in der Blüte ihrer Jahre dazu, monatelang „Wilhelm Tell“ zu probieren? Und zu denken, das würden dann Tausende sehen wollen?

Es sind die Fragen, die in diesem Stück gestellt werden. Denn es sind dieselben, die heute auf dem Tisch sind - und so wenig beantwortet wie damals. Wie steht es um Loyalität und Fraktionszwang? Wie um moralische Korrumpierbarkeit und die Stabilität familiärer Bande in einer zerrissenen Zeit? Bei allem geht es auch um die Macht der Liebe - „Wilhelm Tell“, oft und zurecht als politisches Stück gesehen, zeigt die privaten Belange hinter den Staatsgeschäften.
Es weckt auch andere Assoziationen: Im Zeitalter der Globalisierung, wo es Probleme mit nationalistischem Denken gibt, spielen die den „Tell“! Dies Stück vom nationalen Freiheitskampf mit dem berühmt-berüchtigten Rütli-Schwur. Stauffacher als Goebbels oder Göring, der Rütli-Schwur als Reichsparteitag – das wurde so schon inszeniert. Spätestens seit den 1960er Jahren ist klar, dass der Szene dieses Moment innewohnt. Doch das Stück kann als Warnung davor verstanden werden, wie sich gefährliche Strukturen erneuern, lediglich ein neues Gesicht erhalten.

Im ThOP ist „Wilhelm Tell“ in der Regie von Tanja Weidner zu sehen. Die Utopie 'Familie' steht im Vordergrund, denn Tell (Axel Theune) ist kein politisch umtriebiger Mensch, sondern in erster Linie Familienvater, der die Zerrüttung seines privaten
Lebens nicht abwenden kann. Sein Gegenspieler, Landvogt Geßler (Nadine Huhnold), ist gefährlich, weil er die Notwendigkeit zwischenmenschlicher Bindungen
verneint. Der Freiheitskampf, in den Stauffacher (Benjamin Zachriat) die Schweizer führt, ist Nebenschauplatz, aber ohne den historischen Tell kaum denkbar. Bei Schiller ist er lediglich Symbol, Galionsfigur im Kampf von Schwyz, Uri und Unterwalden
gegen die Vögte. Doch Tells blutiger Racheakt nach dem Apfelschuss erscheint heute fragwürdig.


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Zusätzlich: Am Sonnabend, 13. Juli , 20.15 Uhr findet eine Vorstellung bei freiem Eintritt auf dem Campus statt.
Beginn: jeweils 20.15 Uhr




Die letzte Änderung war am: 03.07.2002