>Szenenfotos
>Das Stück Eine Stunde des Lebens verloren
von Birgit Nipkau, GT vom 7.7.2007
Ein Bett. Ein Regal mit Stofftieren. Eine junge Frau spielt Gitarre, bis eine Saite reißt. So beginnt das Stück „Wunderbare Welt – Dissozia“ von Anthony Neilson, das am Mittwoch im Theater im OP Premiere feierte.
Lisa, die junge Frau, bekommt Besuch. Ein Uhrmacher aus der Schweiz soll ihre Armbanduhr reparieren. Doch er kommt zu einer verblüffenden Diagnose: Nicht die Uhr geht nach, sondern Lisa hat eine volle Stunde ihres Lebens verloren. Was tun? Die verlorene Stunde sei im Land Dissozia zu finden. Also macht sich Lisa auf den Weg. Sie kommt in ein seltsames Land mit merkwürdigen Einwohnern und erlebt bizarre Abenteuer.
Regisseur Peter Schubert inszeniert eine Art „Alice im Wunderland“ als Albtraum. Doch er baut immer wieder auch komische Elemente ein. Das mindert den Albdruck. Überraschende Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen. Die Schauspieler agieren mit äußerster Spielfreude. Die Hauptdarstellerin Ayse Bolik liefert eine tolle Leistung ab, sie hält die Spannung und das Stück zusammen. Auch Peter Blanke als Uhrmacher, Hans Helmers als Sündenbock, Stefan Söhle als Eidnehmer sowie Nicole
Vana und Mini von Platen in verschiedenen Rollen überzeugen vollkommen.
Atmosphärisches Lichtspiel und farbenfrohe Kostüme runden das skurrile
Theatererlebnis ab.
Das Stück geht in der zweiten Hälfte des Abends in eine völlig neue Richtung, die den Zuschauer zum Nachdenken und Staunen anregt. Mehr sei hier nicht verraten. Das Publikum spendete lang anhaltenden Applaus.