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: : Freitag, 19. Oktober 2018 : :
 

Deborah. Von S. Hermann Mosenthal


Die Steiermark um 1780.
Der vom Studium aus Graz heimgekehrte Dorfrichterssohn Joseph beginnt eine heftige Affäre mit der Jüdin Deborah, die von der dörflichen Gemeinschaft nicht nur als  Aussenseiterin stigmatisiert, sondern auch als Bedrohung für Leib- und Lebensglück Josephs und seiner Familie betrachtet wird.
Unter dem Druck angedrohter mörderischer Ereignisse flüchtet sich Joseph zurück zu seiner Jugendliebe Hanna und verspricht ihr die Ehe. Deborah verhängt in Akzeptanz ihrer Rolle als Hexe und Rächerin einen alttestamentarischen Fluch über die beiden – und kehrt Jahre später zurück, um sich den Folgen des angeblich von ihr beschworenen Unheils zu stellen...

Mit der "Deborah" schuf der jüdische Theaterschriftsteller und Librettist Mosenthal (geb. 1821 in Kassel, gest.1877 in Wien) unter der Bezeichnung "Volks – Schauspiel" eines der hybridesten und verwirrendsten Bühnenwerke seiner Zeit. Zwischen effektvollem Melodrama und bösartiger Komik angesiedelt, mit den familiären Verstrickungs–Katastrophen des bürgerlichen Trauerspiels ebenso, wie mit romantisch – mythologischen Überhöhungen der Figuren operierend, eroberte "Deborah" nach der Uraufführung 1849 am Hamburger Staatstheater ganz Europa wie im Sturm.

In New York brachte es das Stück gar auf 500 Aufführungen, was noch nie ein
kontinentales Drama erreicht hatte. Mit dem Wiedererstarken des Antisemitismus im zweiten Kaiserreich verschwand "Deborah" von den Spielplänen europäischer Häuser, so wie es Karl Emil Franzos in seinem Roman "Der Pojaz" 1893 zynisch prophezeit hatte: "Wir werden es nicht mehr spielen!"

Es hinterließ in den Werken von Zeitgenossen und Nachwelt tiefe Spuren, von Franzos‘ "Pojaz" über James Joyces "Ulysses" bis hin zu Max Frischs "Andorra", dessen halbes Bühnenpersonal aus der "Deborah" entlehnt scheint. S. Hermann Mosenthal, auf Grund seiner publizistischen und kulturellen Verdienste inzwischen zum Ritter geadelt, konnte mit späteren Stücken nie mehr an den Erfolg der "Deborah" anknüpfen.

Inszenierung: Andreas Prenzel


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Die letzte Änderung war am: 19.09.2004